CDU Kreisverband Soest

„Geben Menschen einen Lebensinhalt“

Jörg Blöming erhielt Einblick in Unternehmensstrategie der WfB Lippstadt

„Wir geben den Menschen einen Lebensinhalt, vermitteln ihnen Wertschätzung und Anerkennung“. Ferdinand Giese, Geschäftsführer der Werkstatt für Behinderte (WfB), ist überzeugt von der Arbeit der Lebenshilfe-Einrichtung. Was er den Mitgliedern der CDU-Ortsunion Bad Waldliesborn/Lipperbruch bei ihrem Besuch der WfB mit dem CDU-Landtagskandidaten Jörg Blöming unbedingt mit auf den Weg geben möchte ist, dass die Werkstatt einen ständigen Spagat zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Realität absolvieren muss. „Wir werden in der Öffentlichkeit teilweise als eine, die Menschen mit Behinderung ausgrenzende, teure Einrichtung diskreditiert“, führt er vorab des Rundgangs durch die Produktionsstätten aus. Die Werkstatt besteht seit 1975 im Lebenshilfe-Verbund mit der integrativen Kita Tandem an der Holzstraße.

Mittlerweile sind in Lippstadt und Warstein-Belecke fünf Betriebe mit Arbeitsplätzen für etwa 850 Menschen mit Behinderung entstanden. Über 260 von ihnen arbeiten in der Waldliesborner Einrichtung in den unterschiedlichsten Produktionszweigen wie der Metall- und Holzbearbeitung, Verpackung, Laserbeschriftung sowie Garten- und Landschaftspflege. Sie erstellen hochwertige Blechschränke für den Reitsportbedarf, Kartonagen oder Kleinteile für die Zulieferindustrie.

Darüber hinaus sind etwa 60 behinderte Mitarbeiter in Betrieben der gewerblichen Wirtschaft auf sogenannten ausgelagerten Arbeitsplätzen beschäftigt. „Wir sind ein am Markt orientierter moderner Dienstleistungsbetrieb mit dem Auftrag, behinderten Menschen Teilhabe am Arbeitsleben zu verschaffen. Diese Menschen haben behinderungsbedingt bis auf wenige Fälle kaum eine Möglichkeit, in den ersten Arbeitsmarkt zu gelangen. Hier geht es darum, Barrieren vor der Arbeit abzubauen, sie nach dem Prinzip „Anerkennung durch Leistung“ dauerhaft mit sinnvollen Tätigkeiten zu beschäftigen - bis zum Erreichen des Rentenalters, in Einzelfällen auch darüber hinaus, verdeutlichen die Geschäftsführer Peter Christ und Ferdinand Giese das zweigleisige Konzept von Sozialeinrichtung und Unternehmen.

Als solches arbeitet die Werkstatt durchaus mit DAX-notierten Unternehmen zusammen. Um sich entsprechend auch im Sinne einer beeinflussenden Gesetzgebung zu positionieren, stehe man in kontinuierlichem Austausch mit der Politik. Die Werkstatt erhält im Rahmen der Versorgung u.a. Leistungsvergütungen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Bundesagentur für Arbeit. „Der Werkstattlohn selbst aber muss erwirtschaftet werden.“ Rund zwei Millionen Euro waren dies 2016 bei einem anrechenbaren Umsatz von insgesamt 8,6 Millionen Euro. Rund 170 Fachkräfte werden eingesetzt, darunter Industriemeister, Heilerziehungspfleger, Sozialarbeiter und Ergotherapeuten. Die Werkstätten seien eine sozial und gesellschaftlich wertvolle und wichtige Einrichtung, für die er sich stark machen wolle, sicherte der CDU-Landtagskandidat Jörg Blöming der WfB seine Unterstützung zu.