Soest. Die Kreis-CDU will den Gesundheitsstandort Kreis Soest weiter stärken. Das sagte CDU-Kreis-Fraktionschefin Eva Irrgang beim Besuch der Klinik für Integrative Onkologie im Kloster Paradiese.
Irrgang besichtigte den Erweiterungsbau der Klinik und ließ sich von den Leitenden Ärzten schwerpunktmäßig über das Konzept eines westfälischen kooperativen Tumorzentrums informieren. Ein solches Zentrum würde die umfassende und interdisziplinär abgestimmte Diagnostik und Therapie von Krebspatienten abdecken und auch die im Kreis Soest vorhandenen Rehabilitationseinrichtungen mit einbeziehen können.
Dr. Eckhard Böcher, Leitender Arzt: „Wir haben die entsprechenden äußerst konstruktiven Erfahrungen bei der Entwicklungen der Brustzentrumen Hamm-Ahlen-Soest sowie Soest-Menden-Lippstadt gewonnen. Die interdisziplinäre, kollegial abgestimmte Betreuung des Patienten anhand verbindlicher Standards bringt eine Qualität in die Medizin, wie man sie sonst nur von Universitätskliniken kennt.“
Eva Irrgang, die von der Soester Ratsfrau Waltraut Trick begleitet wurde, sagte ihre Unterstützung und Mithilfe bei der Entwicklung dieses Konzeptes zu: „Alles, was die Region stärkt für die kommenden Jahre, steht auf meiner Fahne“, sagte sie mit Blick auf den Wettbewerb der Standorte. Die Gesundheitswirtschaft sei insbesondere im Kreis Soest ein wichtiger Wirtschaftsfakter, an dem auch zahlreiche Arbeitsplätze im medizinischen und paramedizinischen Bereich hingen.
Derzeit kooperiert die Onkologie über die das zugehörige Gemeinschatspraxis MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) mit den Krankenhäusern Krankenhäusern in Lippstadt und Menden, mit dem Stadtkrankenhaus Soest und Marienkrankenhaus Soest und kann so die hochspezialiserte ambulante Krebstherapie auch dort sicher stellen. Böchers Kollege Dr. Thomas Hamm: „Viele Krebst 90 % der Chemotherapien können inzwischen ambulant behandelt durchgeführt werden; stationär ist auch bei uns die Ausnahme.“ Die Ärzte wiesen im Gespräch darauf hin, dass rund 85 Prozent der Krebs-Patienten in Kloster Paradiese Kassenpatienten sind; bis auf wenige Spezialerkrankungen im Bereich der Leukämie können nahezu alle Tumorarten behandelt werden.
„Der Sinn eines Zentrums ist ja die interdisziplinäre Betreuung auf Basis gemeinsamer verbindlicher Standards, erläuterte Dr. Eckhard Böcher das Modell. In der Praxis erfolgt dies derzeit über sogenannte Tumorkonferenzen, die im wöchentlichen Wechsel in Soest, Lippstadt oder Menden stattfinden, und an der ein rundes halbes Dutzend Ärzte aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam über den Patienten und die Behandlunsstrategie berät.
Klar wurde in dem Gespräch, dass die Konzepte seit langem da sind, in der täglichen ärztlichen Praxis sehr gut umgesetzt werden, dass aber die regionale Verflechtung unter Einbeziehung der Reha-Institutionen noch fehlt. Dr. Thomas Oyen Böcher dazu: „Das wäre völlig neu in Deutschland. Das wäre einmalig.“ Hierzu, so waren sich die Beteiligten einig, müsste auch auf politisch-administrativer Ebene ein Kooperationsdialog in Gang kommen, um letztlich positive Effekte für alle an der Kooperation beteiligten Ärzte und Institutionen zu erzielen.
Über Kloster Paradiese
Die Klinik für Integrative Onkologie im Kloster Paradiese wurde 1999 gegründet und steht unter der Leitung von Dr. Eckhard Böcher. Die Klinik ist spezialisiert auf Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen. Zur Klinik gehört eine Ambulanzpraxis, organisiert in der Rechtsform eines Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Im MVZ sind ergänzend die Ärzte Dr. Thomas Hamm, Dr. Lars Meyer und Dr. Thomas Oyen tätig. Das Behandlungsspektrum im Kloster Paradiese reicht von der Chemotherapie bis hin zur naturheilkundlich-pflegerischen Anwendung am Krankenbett, von der konsequenten Schmerztherapie bis hin zur Physiotherapie.