„Die von den Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen startet auf Schleichwegen einen Angriff auf das gegliederte Schulsystem,“ erklärt der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn anlässlich der in der letzten Woche stattgefundenen Bildungskonferenz, die, so die einhellige Meinung der Fachleute, bei weitem nicht den von Ministerin Löhrmann (Grüne) gewünschten Konsens, sondern eher im Dissenz endete.
"Ministerin Löhrmann und Ministerpräsidentin Kraft planen die flächendeckende Einführung von so genannten "Gemeinschaftsschulen"; diese sollen durch einseitige Bevorzugung insbesondere gut funktionierenden Realschulen und Gymnasien das "Wasser abgraben", so Lohn. SPD und Grüne haben im Koalitionsvertrag festgezurrt, dass bis 2015 schon 30% aller weiterführenden Schulen so genannte "Gemeinschaftsschulen" werden sollen. Von Freiwilligkeit und einem "sanften Übergang" könne da, so Lohn, da also keine Rede sein.
Rot-Grün wisse genau, dass die Mehrheit der Eltern und Lehrer in NRW Gymnasien und Realschulen und nicht ideologisch begründete Einheitsschulen wollen. Deshalb plant Rot-grün, nach den Erfahrungen des Hamburger Bürgerentscheides, diese grundlegende Änderung des Schulsystems am Gesetzgeber vorbei über eine Experimentierklausel durchzudrücken, heißt es in einer Pressemitteilung des Abgeordneten.
Lohn: "Auf zurückgehende Schülerzahlen, die auch bei uns unweigerlich Fakt sind, kann mit der im Schulgesetz bereits verankerten Verbundschule, also Real- und Hauptschule zusammengelegt, sach- und schülergerecht reagiert werden. So genannte "Gemeinschaftsschulen" müssen in jedem Jahrgang mindestens 3-4 Parallelklassen haben, um funktionieren zu können. Das wären dann "Mammutschulen" mit fast 1000 Schülern und keinesfalls eine Lösung für kleine Kommunen im ländlichen Raum."
Was Schüler, Eltern und Lehrer auf keinen Fall brauchen und wollen ist ein politisch beabsichtigter Kampf der Schulformen gegeneinander. Da jeder Schüler nur auf eine weiterführende Schule gehen kann, käme das einer Kanibalisierung zwischen benachbarten Schulen gleich, wobei die "Gemeinschaftsschule" durch die geplante einseitige Bevorzugung "besonders gefährlich" ausgestattet wäre.