Ein regelrechtes „Aha-Erlebnis“ hatten 50 Migranten bei einem „politischen Besuch“ in Berlin. Der CDU-Bundestagsabgeordnete
Bernhard Schulte-Drüggelte hatte 50 Personen mit einem Migrationshintergrund aus dem
Kreis Soest zu einer dreitägigen Visite in die Bundeshauptstadt eingeladen. Geboren wurde die Idee im letzten Sommer bei einem Besuch des Abgeordneten in der Soester Moschee.
Konkrete Fragen zum Themenbereich Integration richtet die Gruppe an Dr. Ralf Gebel, dem Leiter des Büros der Staatsministerin Maria Böhmer (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration). Dabei ging es um die Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse, Förderungsmöglichkeiten, Mentoringprojekte, sprachliche Förderung für Mütter und Kinder sowie Kindergartenplätze für Kinder mit einem Migrationshintergrund und um die Volkszählung
Zensus 2011.
In einem Gespräch mit Bernhard Schulte-Drüggelte schilderte er die Arbeit und den Tagesablauf eines Parlamentariers. Die Teilnehmer diskutierten mit ihm u.a. lebhaft über den europäischen Rettungsschirm. Abgerundet wurde der Besuch mit einer kleinen Führung von Bernhard Schulte-Drüggelte durch das Paul-Löbe-Haus und den Reichstag. Die Gruppe der russlanddeutschen Teilnehmer interessierte sich dabei besonders für die Inschriften, die russische Soldaten 1945 im Reichstagsgebäude hinterließen.
Die Besucher waren sich schnell einig, dass sie einen vollkommen „anderen Blick“ vom politischen Geschehen bekommen haben. Für viele werden künftig die Tageszeitung und die Fernsehnachrichten zum festen Tagesprogramm gehören. Auch Bernhard Schulte-Drüggelte zeigte sich zufrieden. Integration sei ein ständig wichtiger werdendes Thema und wer es damit Ernst meine, müsse auch dazu einen Beitrag leisten, das politische System in Deutschland den Menschen mit einem Migrationshintergrund näher zu bringen. Das sei durch die Diskussionen gelungen.