Straßenbau: Die CDU-Kreistagsfraktion erwartet vom Land Entscheidungen
„Aufgabe der Politik ist es, Entscheidungen zu treffen“, machte der Chef der CDU-Kreistagsfraktion, Ulrich Häken, im Anschluss an eine „verkehrspolitische Debatte“ in der CDU-Fraktion deutlich. Über zwei Straßenbauprojekte aus dem Kreis Soest hatten die CDU-Kreispolitiker debattiert. Dabei ging es um die Verkehrssituation in der Stadt Erwitte und den Bau der B 55n in Warstein.
Die Erwitter CDU-Kreistagsmitglieder Karin Adamczewski und Franz-Josef Schütte informierten über den Stand der aktuellen Diskussion in der Hellweg-Stadt. Demnach würde es eine große Mehrheit in der Bevölkerung geben, die einen zügigen Bau der Ortsumgehung befürwortet, um die „unerträgliche Verkehrsbelastung“ im Ortskern Erwitte zu mindern. Eine Minderheit hingegen blockiere das Vorhaben. „Wer warten will, bis es einen Konsens über den Straßenbau gibt, der wird noch Jahre warten. Das kann man den Menschen in Erwitte nicht zumuten. Die Politik ist gefordert, eine Entscheidung zu treffen. Das Land drückt sich aber davor, das kann eigentlich nicht sein“, waren sich die CDU-Kreistagsmitglieder einig. Man könne auch kaum davon ausgehen, dass der Bund Geld für die Ortsumgehung einplane, wenn es keine deutliche Willensbekundung von der Landesregierung gibt, dass die Straße tatsächlich gebaut werden soll.
Noch schlimmer sieht die CDU-Fraktion die Situation Warstein. Demnach gibt es in Warstein zwar einen breiten Konsens über die grobe Trassenführung einer B 55n, aber das Land beginne nicht mit den konkreten Planungen. „Das Bundesverkehrsministerium ist bereits aktiv und hat die Umgehung B 55n mit höchster Priorität eingestuft. Jetzt ist das Land mit der konkreten Planung am Zug“. formulierten die Warsteiner CDU-Mitglieder des Kreistages Gregor Dolle, Hermann-Josef Nürenberg und Hans-Günter Süggeler.
„Den Menschen in Erwitte und Warstein sind die hohen Verkehrsbelastungen nicht länger zuzumuten. Zudem sind Bundesstraßen im ländlichen Raum Lebensadern für die Wirtschaft. Ohne eine vernünftige Verkehrsinfrastruktur wird der ländliche Raum, dazu gehört auch der Kreis Soest, gegenüber den Ballungszentren mit einem engen Autobahnnetz benachteiligt“, schloss Ulrich Häken die Diskussion.