CDU Kreisverband Soest

Elternvertreter katholischen Kindergärten beklagen Finanznot

Landtagsabgeordneter Werner Lohn (CDU) will helfen und Kritik sachlich und lösungsorientiert weitergeben

Auf Einladung der Fördervereinsvorsitzenden des Katholischen Kindergartens St. Josef in Geseke Sandra Supplie kam es zu einem Gespräch zwischen dem heimischen Landtagsabgeordneten Werner Lohn, Kreistagsmitglied Susanne Schulte-Döinghaus (beide CDU) und den Elternvertreterinnen sowie Einrichtungsleiterinnen der katholischen Kindergärten in Geseke. Anlass, so Sandra Supplie, sind Kürzungen bei den Finanzzuweisungen, die im Bewegungskindergarten St. Josef z.B. dazu führen, dass die Kosten für eine Hilfskraft bei der Essenszubereitung in Höhe von 450 Euro monatlich übergangsweise komplett vom Förderverein übernommen werden müssen. Weiterhin seien die Freistellungsstunden für die Leitung vollständig gestrichen worden, was insgesamt zu "nicht vertretbaren Mehrbelastungen und auch zu einem Qualitätsverlust in der Betreuung" führe. Städtische Kindergärten seien übrigens davon anscheinend nicht so hart betroffen. Damit und auch mit dem Vorschlag des SPD-Bundestagskandidaten Hellmich, den man kürzlich als Gesprächspartner hatte, die Kindertageseinrichtungen müssten irgendwie bis 2017 durchhalten, könne und wolle man sich nicht abfinden. Hellmichs Aufforderung, sich doch um Spenden bei Firmen und Sponsoren zu bemühen, stieß bei den Vertreterinnen der Kindertageseinrichtungen auf deutliche Ablehnung und Werner Lohn bezeichnete diese Äußerung des SPD-Bundestagskandidaten als unangemessen und als "Offenbarungseid der Landesregierung, die damit wirbt, angeblich kein Kind zurücklassen zu wollen".


Susanne Schulte-Döinghaus, Werner Lohn, Sandra Supplie.Susanne Schulte-Döinghaus, Werner Lohn, Sandra Supplie.

Im Vordergrund des wegen der Verärgerung spontan zustande gekommenen Gesprächs stand aber nicht der Wahlkampf, sondern die Frage, wie das Finanzproblem angegangen werden soll. Lohn sagte zu, dass die CDU-Fraktion im Landtag ihre Forderung an die Landesregierung, die Kindpauschalen schnellstmöglich -wie bei der Einführung des Kinderbildungsgesetz (Kibiz) vorgesehen- anzupassen weiter mit Nachdruck vertreten werde. Zusammen mit Susanne Schulte-Döinghaus wies er aber auch darauf hin, dass der Kostenanteil der kirchlichen Träger von Kindertagesstätten im Jahr 2008 durch CDU und FDP von 20 Prozent auf 12 Prozent gesenkt worden sei: "Wir fragen uns, ob die Ausgaben wirklich derart stark gestiegen sind, dass dieser finanzielle Spielraum dadurch heute wirklich nicht mehr zur Verfügung steht?". Nicht Werner Lohn, sondern bemerkenswerterweise, die Vertreterinnen der Kindertagesstätten wiesen darauf hin, dass die Einführung der Beitragsfreiheit für das 3. Kindergartenjahr durch Rot-Grün zwar schön für die Nutznießer, aber kontraproduktiv für die Betreuungsqualität und Finanzausstattung gewesen sei. Letztendlich fehlten dadurch ca. 140-150 Millionen Euro jährlich im System, ergänzte Werner Lohn, was wesentliche Ursache für die heutige Finanznot in den Kindertageseinrichtungen sei.

Lohn sagte weiterhin zu, ein Gespräch mit der Katholischen Kindertagesstätten GmbH, die für die Verwaltung und Finanzausstattung von 46 Kitas in der Region zuständig ist, zu führen und dort die aufgeworfenen Fragen und auch die "Kritik sachlich und lösungsorientiert" vorzutragen.